1713 n. Chr.

RAHMENLEBENWISSENPFLEGE
Der 56jährige König Friedrich I. von Preußen stirbt am 25. Februar. Friedrich Wilhelm I. (Soldatenkönig) wird Nachfolger. Die von seinem Vater bezahlten Gnadengehälter kürzt er auf die Hälfte oder auf ein Drittel; es kommt auch vor, daß er sie ganz streicht, denn es besteht kein Rechtsanspruch auf Pension. Deshalb fällt sie auch sehr unterschiedlich aus, unabhängig von der Dauer der Dienstjahre. Nur Offizieren, bei denen das Alter naht, oder die Gesundheit nachläßt, gewährt er den Rückzug ins Privatleben. Verdiente Offiziere erhalten auch von ihm als Belohnung und gleichzeitig zur Altersversorgung gutbezahlte Stellen im Zivildienst. Aber Companie-Leiter, die während einer langen Dienstzeit die Möglichkeit hatten, selbst für das Alter genügend beiseite zu legen, entläßt er ohne Pension. QUELLENNACHWEIS

Der Künstler Joachim Luhn malt ' Das Alter '. Luhn stellt den Oberkörper eines Mann vor dunklem Hintergrund dar. Die Bekleidung ist bis auf das Hemd erdfarben und weich fließend. Das Gesicht wird von flaumig weichem Bart und Haupthaar umrahmt. Die Stirn über den braunen Augen zeigt nur leichte Unebenheiten. Mit seiner rechten Hand deutet der Greis auf das Stundenglas in seiner anderen Hand.

Der angloirische Schriftsteller Jonathan Swift wird Dekan der Sankt Patrick's Kathedrale in Dublin. QUELLENNACHWEIS

Der französische Schriftsteller Denis Diderot ist am 5. Oktober in Langres als Sohn eines Messerschmieds geboren. Mit seinen vielen Schriften wird er in der Zeit der neuen Moral zum erfolgreichsten Werber für einen neuen Menschen mit einer weltlichen und humanitären Sittlichkeit. Trotzdem bemerkt er: "Man ehrt das Alter liebt es aber nicht." Er selbst stellt in seinen Stücken die Alten meist als liebenswerte Personen dar. Das Stück 'Leben meines Vaters' ("Restif de la Bretonnes") wird in Frankreich sehr erfolgreich. Der 'verehrungswürdige Alte' wird von ihm reizend dargestellt. Die Annehmlichkeiten und die moralische Stütze der Familie wird hochgehalten. Auch das Schöne am Landleben wird betont. Diderot beschreibt das Sterben seines Vaters: "Alle Greise, in Tränen aufgelöst, füllten das Zimmer des Kranken."

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